Was 2014 mit der Ausbildung einer ersten Person auf der Chirurgie des Kantonsspitals Winterthur (KSW) begann, bewährt sich inzwischen in den verschiedensten medizinischen Disziplinen. Allein am KSW sind heute über 30 Mitarbeitende als Physician Associates (PAs) tätig [1], wie der Beruf ebenfalls genannt wird. Schweizweit sind es aktuell circa 100 [2], wovon die Mehrheit in der Deutschschweiz arbeitet. Doch auch an den Hôpitaux Universitaires de Genève (HUG) stehen inzwischen vier Personen in der berufsbegleitenden Weiterbildung zu PAs. Bis 2025 sollen in Schweizer Gesundheitsinstitutionen 300 von ihnen im Einsatz sein [1]. Damit hat bei uns die Entwicklung eines Berufs eingesetzt, der in den USA als Folge der Ärzteknappheit nach dem Zweiten Weltkrieg schon seit den 1970er-Jahren etabliert und sowohl bei Frauen wie Männern beliebt ist: 2021 waren in den USA rund zwei Drittel der PAs Frauen und ein Drittel Männer [3]. Der PA-Master ist in den Vereinigten Staaten gesetzlich verankert und die Stellenaussichten sind laut dem U.S. Bureau of Labor Statistics sehr gut, wird doch zwischen 2022 und 2032 ein Stellenwachstum von 27% erwartet [4]. Es erstaunt daher nicht, dass den PAs in einer aktuellen Patientenbefragung im Auftrag der American Association of Physician Associates ein ausgezeichnetes Zeugnis ausgestellt wird: 67% aller Patientinnen und Patienten sagen nach einer PA-Konsultation, dass sie dieser Berufsgruppe als primäre Grundversorgende vertrauen würden [5].