Das Wort als Waffe? Zweifellos handelt es sich um ein mächtiges Instrument, das es gleichermassen vermag, zu vermitteln, zu überzeugen und zu trösten wie zu verleumden, zu manipulieren und zu lügen. Sein Missbrauch zu ideologischen Zwecken wurde von vielen angeprangert, unter anderem von George Orwell mit dem berühmten «Neusprech» in seinem Roman «1984» oder vom Linguisten Victor Klemperer, der die «totalitäre» Entwicklung der deutschen Sprache im Dritten Reich analysierte [1]. Er widersetzte sich ihr mit seinen Schriften, die er als «meine kleinen Papiersoldaten» bezeichnete. Das Wort ist in der Tat eine Waffe.