Grenzsituationen bestimmten die Biografie von Elisabeth Kübler-Ross. Als untergewichtiges Drillingsgeschwister war sie 1926 in Meilen am Zürichsee zur Welt gekommen. Bereits in ihrer Kindheit kämpfte sie für ein selbstbestimmtes Leben. Der Vater verwehrte ihr den Besuch des Gymnasiums und damit ihren Herzenswunsch, Ärztin zu werden. Nach ihrem Lehrabschluss als Laborantin engagierte sie sich im Rahmen der Friedensbewegung in mehreren Ländern des vom Zweiten Weltkrieg zerstörten Europas für den Wiederaufbau, besuchte sogar das Todeslager Majdanek. Nachdem der Vater ihr die Rückkehr ins Elternhaus und jegliche finanzielle Unterstützung verweigert hatte, holte sie ohne dessen Wissen und völlig selbstständig die Matura nach und wurde Ärztin [1].