Gegenwärtig stehen viele Hausarztpraxen vor ähnlichen Herausforderungen wie Schlieren Medical vor einem Jahr. Die Hausarztpraxis verfügte über eine historisch gewachsene, heterogene Landschaft von Endgeräten, Druckern und Speicherlösungen, von welcher die Dokumentation komplett fehlte. Darüber aus waren die Sicherheitsstandards ungenügend: Die bestehende Firewall schützte die Praxis zwar gegen die Aussenwelt. Innerhalb der Praxis bestand jedoch die Gefahr, dass Viren via USB-Sticks, Laborgeräte oder E-Mail-Anhänge eingeschleust wurden. Das Patienteninformationssystem basierte auf einer lokalen Client-Server-Lösung, welche vom Softwareanbieter nicht mehr weiterentwickelt wurde. In der Folge mussten regelmässige Backups auch auf externen Speichern erstellt und die Server gegen Stromunterbrüche gesichert werden. Jede Änderungsanfrage und jeder Support Fall wurde gemäss Aufwand mit hohem Stundensatz abgerechnet, was eine Planung der Kosten verunmöglichte. Und falls es zu einer Störung kam, wurde der Ball zwischen den verschiedenen Anbietern hin und her geschoben. Die aktuelle Praxisleiterin war dann am Koordinieren der Provider, statt sich um die Patientinnen und Patienten zu kümmern. Die Situation war kostspielig, unsicher und zeitaufwändig. So konnte es nicht weiter gehen, zumal mit dem elektronischen Patientendossier zusätzliche verschärfte IT-Audits anstanden.