In der Schweiz stammen rund 30 % der täglichen Energiezufuhr aus ultraprozessierten Lebensmitteln, sogenanntem «ultra processed food (UPF)» [1]. In den USA, Kanada und Grossbritannien liefern UPF bereits mehr als die Hälfte der aufgenommenen Nahrungsenergie [2, 3, 4]. Ultraprozessierung zielt auf Texturkontrolle, Geschmacksoptimierung und hohe Konsumattraktivität [5]. Charakteristisch sind Produkte mit isolierten Zutaten wie modifizierte Stärke, hydrolysierte Proteine sowie Zusatzstoffe wie Emulgatoren, Stabilisatoren, Aromen oder Süssstoffe. Wichtig ist die Differenzierung zwischen Verarbeitung und Ultraprozessierung. Klassische Verfahren wie Trocknen oder Fermentieren dienen primär der Haltbarkeit sowie der Sicherheit. Sie bewahren meist die Lebensmittelmatrix. Die Einteilung von Lebensmitteln anhand ihres Verarbeitungsgrades erfolgt häufig nach der NOVA-Klassifikation (Tab. 1). Epidemiologische Studien zeigen konsistente Assoziationen zwischen hohem UPF-Konsum und Gewichtszunahme, viszeraler Adipositas, Insulinresistenz sowie Typ-2-Diabetes [1, 6].