Adipositas ist eine chronische, rezidivierende und multifaktorielle Erkrankung, die das Schweizer Gesundheitswesen vor erhebliche Herausforderungen stellt. Mit einer Prävalenz von rund 43 % für Übergewicht und Adipositas bei Erwachsenen in der Schweiz, wovon 12 % einen Body-Mass-Index (BMI) von über 30 kg/m² aufweisen, sind die medizinischen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Erkrankung und ihrer Folgen beträchtlich. Zu lange wurde Adipositas fälschlicherweise primär als Resultat persönlicher Lebensstilentscheidungen betrachtet. Die Anerkennung als komplexe chronische Krankheit und Vorstufe bzw. Verstärker zahlreicher nicht übertragbarer Erkrankungen ist jedoch zentral, um eine optimale Versorgung und eine nachhaltige Verbesserung der Gesundheit in der Schweiz sicherzustellen. Für eine strukturierte und evidenzbasierte Betreuung fehlten in der Schweiz bislang national abgestützte, praxisorientierte Empfehlungen. Dies hat sich nun geändert: Unter der Federführung der Schweizerischen Gesellschaft für Endokrinologie und Diabetologie (SGED-SSED) in Zusammenarbeit mit weiteren Fachgesellschaften wurden praxisorientierte Leitlinien zur Diagnostik und Behandlung der Adipositas erarbeitet und veröffentlicht. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Elemente dieser neuen Guidelines zusammen.
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