Im Jahr 2026 blickt die FMH auf 125 Jahre Geschichte zurück, eine Geschichte, die weit mehr ist als eine Abfolge historischer Ereignisse. Sie ist ein Spiegel der Entwicklung der medizinischen Berufe in der Schweiz, der Veränderungen im Gesundheitswesen und der Rolle, die Ärztinnen und Ärzte in der Gesellschaft
einnehmen. Mit einer Jubiläumsserie in der «Schweizerischen Ärztezeitung» (säz) möchten wir diese Geschichte nicht nur dokumentieren, sondern einordnen und sichtbar machen, wie eng die Entwicklung der FMH mit derjenigen der gesamten Ärzteschaft verknüpft ist. Dass die FMH heute rund 46 000 Mitglieder vereint und eine zentrale Stimme im Gesundheitswesen ist, war keineswegs selbstverständlich [1]. Die Wurzeln der heutigen Ärzteverbindung reichen zurück in eine Zeit, in der die medizinische Versorgung noch stark lokal organisiert war, kantonale Unterschiede überwogen und die politische Repräsentation der Ärzteschaft kaum existierte [2]. Der Weg von den ersten kantonalen Ärztegesellschaften über die Gründung der Ärztekommission bis zur nationalen Verbindung der Schweizer Ärzte im Jahr 1901 zeigt eindrücklich, wie stark das Bedürfnis nach einer gemeinsamen Stimme schon früh ausgeprägt war [3].