Das Bewusstsein dafür, dass es zur ärztlichen Aufgabe gehören kann, spirituelle Aspekte in die Versorgung einzubeziehen [1, 2], ist in den letzten Jahren in verschiedenen Bereichen der Gesundheitsversorgung gewachsen. Das gilt insbesondere für den Bereich der Palliativmedizin, die 2007 ins MEdBG aufgenommen wurde. Ansätze zur Entwicklung einer ärztlichen Spiritual Care finden sich auch in den neuen Lernzielen fürs Medizinstudium in der Schweiz (PROFILES) sowie in den Weiterbildungskatalogen des SIWF/FMH. Die Umsetzung dieser Zielsetzungen in den ärztlichen Alltag ist allerdings herausfordernd. Eine Studie von Giezedanner et al. [3] zeigte jüngst, dass Schweizer Hausärztinnen und Hausärzte die nicht-somatischen Kompetenzen (spirituelle, kulturelle, ethische, legale) bei der Unterstützung von Sterbenden als fast ebenso wichtig wie die Schmerz- und Symptomkontrolle werten, sich jedoch in diesen Bereichen oft als ungenügend ausgebildet fühlen. 60% der befragten Ärztinnen und Ärzte sind der Überzeugung, dass ein kompetenter Umgang mit spirituellen Bedürfnissen der Patienten ein wichtiges bis sehr wichtiges Qualitätsmerkmal einer guten palliativmedizinischen Versorgung darstellt. Nur 38% der Befragten fühlen sich jedoch in dieser Aufgabe sicher.