In seinem letzten, posthum veröffentlichten Streiflicht beschrieb Erhard Taverna diesen Juni, wie Sprache durch rassistische oder sexistische Stereotypen «toxisch» werden kann. Oder zumindest, wie diese Sprache unter Kritikern als «toxisch» bezeichnet wird [1]. Ein medizinisches Publikum versteht unter Toxizität hingegen erst einmal die komplexe Eigenschaft von Substanzen, den Lebensfunktionen von Organismen zu schaden oder ihr Leben zu bedrohen. Taverna benutzte stattdessen die sich derzeit ausbreitende Metapher des «Toxischen», die aus dem Medizinischen entlehnt ist. Kein Zufall, denn Taverna führte die SÄZ beständig über den medizinischen Tellerrand hinaus und suchte nach dem «Puls der Zeit» – womit ich ebenfalls in das Feld der medizinischen Metaphern gerutscht bin.