Vielleicht kann die eine Leserin oder der andere Leser meine immer wieder aufflammende Begeisterung für Sir William Osler nicht mehr ganz nachvollziehen oder sie sind gar daran, etwas Überdruss zu entwickeln, wenn ich der Versuchung einmal mehr nicht widerstehen kann, ihn zu zitieren [1]. Geboren wurde Osler 1849 in Kanada, lange Jahre war er als Internist in Philadelphia und als Gründungsprofessor an der Johns Hopkins Medical School in Baltimore tätig, 1919 starb er in Oxford. Ich kann schlicht nicht anders, als immer wieder einmal in der Literatur zu stöbern, die von ihm und über ihn geschrieben wurde, und da stosse ich ­regelmässig auf Perlen von Überlegungen, die damals treffend waren und bei denen sich auch zu heutigen Fragen bedenkenswerte Parallelen finden. Mit einigen Beispielen möchte ich die Überdrüssigen nicht strapazieren, aber allen anderen vor Augen führen, dass kluge Gedanken zeitlos und auch mit Blick auf die Covid-Pandemie noch erstaunlich treffend sein können.