«Bin ich froh, hast du mir das mit dem Charles-Bonnet-Syndrom erzählt, das hat mir so geholfen», berichtet eine Bekannte. Ihre 85-jährige Mutter lebt mit einer fortgeschrittenen Alterskorrelierten Makuladegeneration (AMD) in einem Alterszentrum. Beim gemeinsamen Einkaufen wurde die Mutter plötzlich unsicher und klammerte sich an den Arm der Tochter, weil sie Löcher im Asphalt sah. Löcher gab es dort aber keine. «Ich wäre klar davon ausgegangen, dass meine Mutter jetzt dement wird. Vergesslich ist sie ja schon lange. Und ich hätte nicht gewusst, ob ich ihr sagen sollte, dass es da keine Löcher gibt. Sie hat ja selber so Angst davor, dement zu werden.» So konnte sie ihre Mutter beruhigen, ihr erklären, dass solche visuellen Halluzinationen bei Sehschädigung häufig auftreten, dass sie einem Phantomschmerz entsprechen und nichts mit Demenz oder Psychose zu tun haben. Den Mitarbeitenden im Alterszentrum war das unbekannt.