Das Gesundheitssystem in der Schweiz gilt allgemein als ausgezeichnet. Allerdings haben sich die Gesundheitskosten seit 1995 mehr als verdoppelt und sind im Verhältnis zum BIP von 9,3% auf 11,9% gestiegen. Die Prämien sind für Personen oder Familien mit niedrigem Einkommen immer schwerer zu ertragen und müssen teilweise oder sogar ganz vom Staat finanziert werden. Andere verzichten auf die Pflege aus finanziellen Gründen. Schliesslich haben Abrechnungs- und Qualitätskontrollsysteme zu einer Bürokratisierung geführt, die von allen Leistungserbringern im Gesundheitswesen als aufreibend empfunden wird. Zurzeit liegen verschiedene Vorschläge von Bundesrat und Mitgliedern des Parlaments zur Senkung der Kosten des Gesundheitssystems vor. Zwei Initiativen zielen ebenfalls darauf ab, sie zu reduzieren. Die Frage, wo ­gespart werden soll, hat einen erbitterten Kampf zwischen den verschiedenen beteiligten Akteuren aus­gelöst.