Chemnitz. Ärzte in Sachsen, die öffentlich über die Kassenärztliche Vereinigung (KV) und deren Regressforderungen sprechen? «Da werden Sie nicht viele ­finden», sagt Kyra Ludwig. Die Fachärztin für Neurologie betreibt eine Praxis in Seifhennersdorf, einer 3700-­Seelen-Gemeinde im Landkreis Görlitz, direkt an der tschechischen Grenze. Sie behandelt viele alte Menschen mit Rückenbeschwerden, Parkinson oder Demenz. 1500, manchmal 1700 Menschen in einem Quartal. Das sind mehr als doppelt so viele, wie sie eigentlich behandeln sollte. Dabei gilt laut KV bei Neurologen in ihrer Region um Zittau offiziell ein Versorgungsgrad von 144 Prozent. Also Überversorgung? «Ich kann es nicht mehr hören», sagt Ludwig.