Die aktuellen Entlassungen von Chefärztinnen und -ärzten sind Ausdruck ungelöster Probleme in der Spitalkultur.
Nach jahrelangem journalistischem Sperrfeuer gegen Spitalärzte ist Erstaunliches passiert. Zwei Trennungen von Chefärzten im Kanton Zürich führten zu einem kleinen Tsunami in der Tagespresse mit grossen Sympathien für die Entlassenen. Das wiederum veranlasste die Spitaldirektoren der Schweiz, um mediale Zurückhaltung zu bitten, zu komplex sei die Materie als Objekt öffentlicher Diskussion [1]. Wirklich? Der CEO des Kantonsspitals Baden entgegnete, dass die dauernde mediale Verunglimpfung zu Nachwuchsproblemen bei Chefärzten führen könnte [2]. Das bringt es auf den Punkt. Es wird immer schwieriger, gute Chefärztinnen zu finden, und diese Entwicklung gibt Anlass zu grosser Sorge.