Prof René PRÊTRE
René Prêtre ist fasziniert von der Anatomie des Herzens: «Seine innere Architektur ist schön, seine Messungen regelmässig.»
© Eric Deroze / CHUV
Eine Kulisse aus Kartons und Akten. Das Büro von René Prêtre vermittelt den Eindruck vom Ende einer Ära. «Heute habe ich meine letzte pädiatrische Operation durchgeführt», sagt er bewegt. Mit 65 Jahren, nach 40-jähriger Tätigkeit, 6000 operierten Herzen und zehn Jahren an der Spitze der Abteilung für Herzchirurgie des Waadtländer Universitätsspitals (CHUV), tritt der bekannteste Herzchirurg der Schweiz in den wohlverdienten Ruhestand. Ohne Bedauern. «Die Leitung dieser Abteilung hat mir grosse Freude bereitet, aber nun reicht es auch.» Die Verantwortung und die Konzentration, die bei der Operation von Neugeborenen in den ersten vier Lebenswochen nötig sind, fordern ihren Tribut. «Noch operiere ich sehr gut, aber das wird nicht ewig so sein. Ich will keine Last für mein Team werden.» Sein Abschied ist «energisch», wie er sich ausdrückt. Genau wie seine Karriere, die keineswegs vorgezeichnet war.