Internationale Studien schätzen, dass 10 bis 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen von einer psychischen Störung betroffen sind [1, 2]. Psychische Erkrankungen neigen ausserdem dazu, bis ins Erwachsenenalter zu persistieren: Von den Erwachsenen, die unter einer psychischen Störung leiden, erkrankte bereits die Hälfte während der Adoleszenz [3–5]. Viele Kinder und Jugendliche haben nur subklinische Symptome. Doch auch diese müssen von den Kinder- bzw. Hausärztinnen und -ärzten sorgsam beobachtet werden. Zu den häufigsten psychischen Erkrankungen im Kindesalter gehören Angststörungen und externalisierende Störungen [3]. Im Jugendalter treten hingegen Depressionen, Substanz- und Essstörungen sowie Schizophrenie vermehrt auf [3]. Allerdings ist in der Schweiz die Datenlage zur Prävalenz von psychischen Störungen bei Kindern und Jugendlichen ungenügend [6, 7]. Bekannt ist allerdings, dass das Versorgungsangebot unzureichend ist für Kinder und Jugendliche mit psychischen Störungen, insbesondere für diejenigen aus psychosozial und ökonomisch belasteten Familien [8].