Gesundheitspolitische Vorstösse werden seit Jahren vor allem mit Ineffizienzen im Gesundheitswesen begründet. Seien es «Zielvorgaben» oder Steuerung über den Tarif, stets wird angeführt, nur «ungerechtfertigte» Kosten würden eingespart. Dies ist politisch attraktiv: So können neue Regulierungen als Sparmassnahmen beworben werden, bei denen niemand Verzicht befürchten muss. Bereits im Jahr 2013 schrieb das BAG in seiner Strategie «Gesundheit2020», man müsse die «von den Experten auf rund 20 Prozent geschätzten Effizienzreserven» [1] ausschöpfen. Eine Quellenangabe zu dieser Zahl fand sich nicht. Der vom BAG beauftragte Expertenbericht [2] wiederholte im Jahr 2017 die Zahl von 20 Prozent – und führte als Beleg die Strategie «Gesundheit2020» an. Zwei weitere angegebene Quellen untersuchten entweder das Effizienzpotenzial im Gesundheitswesen gar nicht – oder schätzten die «bezifferbaren grossen Ineffizienzen» [3] mit 9.5% bis 11% nur etwa halb so gross ein. [4]