Zugegeben, es ist schon lange her. Ich bewarb mich um meine erste Assistentenstelle und wusste: Es wird hart werden. Schon kurz vor der Matura war uns, im Sinne einer «Dissuasionsstrategie» (so nannte man das wirklich) auf Flugblättern vom Ergreifen des Medizinstudiums abgeraten worden. Das Schweizer Gesundheitswesen würde den Ansturm neuer Ärztinnen und Ärzte nicht verkraften. Eine Zukunft als Taxifahrer oder gleich dauernde Arbeitslosigkeit wurde prophezeit. Ja, wer dennoch Medizin studierte, wusste, was auf sie oder ihn zukam, wir waren gewarnt worden. Wir waren die Ärzteplethora.