Fiebermessen, Bluttests, Röntgenbilder, Bakterienkulturen – all das hilft, körperliche Leiden korrekt zu diagnostizieren und gezielt zu behandeln. Für psychische Erkrankungen dagegen fehlen messbare Indikatoren bisher weitgehend. «Psychische Erkrankungen werden mehr oder weniger nach dem Prinzip Trial and Error behandelt», sagt Sebastian Olbrich, Psychiater, Forschungsgruppenleiter an der Universität Zürich und Co-Gründer des Start-ups Deeppsy. Da sich Misserfolge meist nicht sofort zeigen – sondern beispielsweise bei Depressionen frühestens nach zwei Wochen –, verlängert jeder erfolglose Therapieversuch die Leidenszeit der Betroffenen.