Mendelssohn hat in seinen «Liedern ohne Worte» die Idee verfolgt, Inhalte und Stimmungen nicht über den gesungenen Text, sondern allein durch die Musik zu erzeugen. Er wendet sich dezidiert gegen die Zumutung, in Worten ausdrücken zu müssen, was er wohl gemeint haben könnte: «Es wird soviel über Musik gesprochen und doch so wenig gesagt. Ich glaube, die Worte reichen nicht hin dazu; und fände ich, dass sie hinreichten, so würde ich am Ende gar keine Musik mehr machen. – Die Leute beklagen sich gewöhnlich, die Musik sei so vieldeutig; es sei zweifelhaft, was sie sich dabei zu denken hätten, und die Worte verstehe doch ein jeder. - Mir geht es gerade umgekehrt. […] Das, was mir eine Musik ausspricht, die ich liebe, sind mir nicht zu unbestimmte Gedanken, um sie in Worte zu fassen, sondern zu bestimmte […].» [1]