Die Beratung und Begleitung von Patientinnen, Patienten und Angehörigen in Situationen, in denen eine medizinische Behandlung wirkungs- oder aussichtslos sein könnte, ist eine zentrale Aufgabe der Medizin. Die involvierten Berufsgruppen tragen dabei eine besondere fachliche und ethische Verantwortung. Daraus resultierende Dilemmata werden deshalb auch in den medizin-ethischen Richtlinien der SAMW [1–3] ausführlich thematisiert. Dabei zeigt sich immer wieder, dass es umstritten ist, wie weit Einschätzungen der Wirkungs- oder Aussichtslosigkeit evidenz- und erfahrungsbasiert und inwieweit sie von Werturteilen geprägt sind. Dies gilt ebenso in Bezug auf die medizi­nische Indikation, die fachlich begründet, dass eine Behandlung geeignet und angemessen ist, um das mit der Patientin bzw. dem Patienten gemeinsam bestimmte Behandlungsziel zu erreichen.