Früher kam ich – der Schreibende dieses Artikels – mir immer komisch vor, wenn ich beim Besuch bei meinem Hausarzt ein kleines Notizbuch zückte. Darin hatte ich die Fragen an ihn notiert und machte mir Notizen zu seinen Antworten. Denn so ein Besuch geht meist schnell vorbei und ich weiss kurz danach oft die Hälfte nicht mehr. Seit den Recherchen zu diesem Artikel fühle ich mich dabei nicht mehr komisch. Erstens weiss ich jetzt, dass Fachleute das Vorgehen mit dem Notizbuch allen Patientinnen und Patienten empfehlen und als Ausdruck von Gesundheitskompetenz werten. Und zweitens kenne ich den Grund für die Empfehlung: Ich bin nicht allein mit meinem schlechten Gedächtnis. Eine Studie [1] zeigt, dass Patientinnen und Patienten direkt nach einer Konsultation 40 bis 80% der Informationen vergessen. Und rund die Hälfte dessen, woran sie sich erinnern, ist fehlerhaft. Das ist unerfreulich zu hören für Ärztinnen und Ärzte. Aber eigentlich wenig erstaunlich: Patientinnen und Patienten befinden sich in einer speziellen Situation, weil sie krank sind und oft Schmerzen und Ängste haben. Dies beeinträchtigt auch die Fähigkeit, Informationen aufzunehmen und abzuspeichern.