Stellen Sie sich vor, Sie hätten parallel zu Ihrem medizinischen Studium gleich noch eines der Rechtswissenschaften absolviert. Das klingt kaum machbar, oder? Kerstin Noëlle Vokinger hat dies anscheinend mühelos geschafft. Sie hat zudem das Anwaltspatent erworben, in beiden Fächern promoviert und auch noch einen LL.M-Titel und eine Habilitation nachgelegt. Heute ist die erst 34-Jährige an der Uni Zürich Assistenzprofessorin für «Öffentliches Recht und Digitalisierung, Gesundheitsrecht und Regulatory Sciences». Sie erhält den Wissenschaftspreis Latsis für ihre einzigartige Forschung, welche die Disziplinen öffentliches Recht, Medizin und Technologie verbindet. Im Interview mit Adrian Ritter ab Seite 12 erzählt sie, was ihr Interesse an gesundheitsrechtlichen Fragen geweckt hat und erklärt, warum der Begriff «Medizinrecht» für ihre Vorgehensweise zu kurz greift.