Dass das Thema «gender pay gap» auch im ärztlichen Beruf zunehmend kritisch betrachtet wird, ist einerseits erfreulich. Andererseits zeigt es deutlich, was es bedeutet, wenn ein Beruf zwar überwiegend von Frauen angestrebt und gelernt wird, sich dann aber die weitere Laufbahnplanung für Männer und Frauen ungleich gestaltet. Denn die FMH nennt in ihrer Ursachensuche (siehe Ausgabe 43 der Schweizerischen Ärztezeitung) für den Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen nicht primär ein ungleiches System in der Lohnstruktur. Der «gap» entsteht laut der Aufzählung des Ärzteverbands vielmals durch Laufbahnentscheide, durch die sich die Karrieren der Ärztinnen von denen ihrer männlichen Kollegen unterscheiden. Diese Unterschiede führen letztlich dazu, dass Frauen weniger verdienen.