Der arktische Tourismus ist zwischen 2006 und 2016 um 600 Prozent gewachsen [1]. Fachleute sprechen von zunehmender «Arktifizierung» der Tourismusbranche. Vor vierzig Jahren legten Passagierschiffe in den Gewässern der kanadischen Arktis nur knapp 3500 Kilometer zurück – vor rund zehn Jahren waren es bereits 69 000 Kilometer. Im Zuge der Eisschmelze in der nördlichen Polarregion dringen unter anderem Kreuzfahrtschiffe und Landfahrzeuge in Regionen vor, die noch vor einigen Jahren unzugänglich waren. Dadurch werden Reisende heute gesundheitlichen Risiken ausgesetzt – etwa indem sie mit tauenden arktischen Permafrostböden in Berührung kommen.