Im Oktober 2022 hat die FMH ihre überarbeiteten Formulare zum Erstellen einer Patientenverfügung an dieser Stelle publiziert und diese auf ihrer Homepage aufgeschaltet [1]. Eine entscheidende Neuerung ist, dass sowohl in der Kurz- als auch in der Langfassung Raum für eine Beschreibung der eigenen Wertehaltung vorgesehen ist. Im Falle einer gesundheitlichen Krise mit Verlust der Entscheidungsfähigkeit ist es wegweisend, was eine Patientin oder ein Patient über Krankheit und Sterben denkt, insbesondere welche Vorstellung von Lebensqualität vorherrscht. Die Lektüre einer solchen Standortbestimmung ist für das Behandlungsteam oft wertvoller als Kreuzchen zu schwarz-weiss-Situationen in einem Formular. Viele Menschen sind wahrscheinlich überfordert, solche Selbstreflexionen zu formulieren. Abgegebene Formulare bleiben deshalb oft im «to-do»-Stapel liegen. Eine fachliche Beratung – oder mindestens die Gegenlektüre der Patientenverfügung durch eine Fachperson – ist deshalb dringend empfohlen. Dies betont auch Caroline Hartmann im Begleitartikel zu den neuen FMH-Formularen [2].