Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Frau, und ungefähr jede achte Frau erhält im Laufe ihres Lebens diese Diagnose. Im aktuellen schweizerischen Krebsbericht des Jahres 2021 liegt die Inzidenz des Brustkrebses bei 11,6% und es kommt jährlich zu 1 400 Todesfällen in der Schweiz durch Brustkrebs [1]. Das Mammographie-Screening bewirkt durch eine frühe Entdeckung des Brustkrebses eine Verschiebung zu einem niedrigeren Stadium, wodurch die Sterblichkeit um 20 bis 30% reduziert wird bei gleichzeitig besserer und schonenderer Behandlung. Ein Beleg für die Effizienz des Brustkrebsscreenings liefert die statistische Auswertung der Brustkrebsfälle in der Schweiz, die zeigt, dass die Sterberate in der Deutschschweiz höher ist als in der Westschweiz und im Tessin, wo Screeningprogramme seit langer Zeit etabliert sind. Ein wichtiger Faktor bei der Beurteilung der Brust stellt die «Brustdichte» dar. Sie gibt an, wieviel Drüsengewebe im Vergleich zu Fettgewebe in der Brust enthalten ist. Eine hohe Brustdichte stellt eine wichtige Einschränkung für die Genauigkeit der Diagnose bei Mammographien dar, da durch das Drüsengewebe ein möglicher Brustkrebs verdeckt werden kann. Die Sensitivität für die Entdeckung eines Brustkrebses in der Mammographie nimmt so mit nahezu 100% bei niedriger Brustdichte auf nur noch 50% bei hoher Brustdichte ab [2]. Die Brustdichte ist jedoch nicht nur für die Beurteilung der Mammographie wichtig, sie stellt auch einen wichtigen Risikofaktor für die Entwicklung eines Brustkrebses dar, denn je dichter das Brustgewebe ist, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens an Brustkrebs zu erkranken [3]. Aus diesem Grund wird bei hoher Brustdichte eine zusätzliche Ultraschalluntersuchung empfohlen, um die Detektionsrate für Brustkrebs zu erhöhen. Neben der niedrigen Sensitivität bei hoher Brustdichte weist die konventionelle Mammographie jedoch noch weitere Einschränkungen auf, die Innovationen in diesem Bereich notwendig und sinnvoll erscheinen lassen. Durch Überlagerungseffekte können in der Mammographie falsch-positive Befunde entstehen, welche weitere Abklärungen nach sich ziehen, und schliesslich führt die notwendige Brustkompression von 80-150 Newton häufig zu Schmerzen bei der Untersuchung, so dass viele Patientinnen sich entscheiden, diese Art der Brustkrebsvorsorge nicht mehr durchzuführen.