Die Osteoporose mit den dadurch bedingten Fragilitätsfrakturen entwickelt sich durch die steigende Anzahl der betroffenen Personen - in erster Linie bedingt durch die demographische Entwicklung - immer mehr zu einer der bedeutendsten Gesundheitsprobleme in unserer Gesellschaft. Das Lebenszeitrisiko, eine Fragilitätsfraktur nach dem 50. Lebensjahr zu erleiden, beträgt 46% in der weiblichen und 22% in der männlichen kaukasischen Bevölkerung [1]. Schätzungen aus dem Jahr 2019 zufolge erleiden in der Schweiz rund 82 000 Personen jährlich eine Fragilitätsfraktur, Tendenz steigend. Derzeit leben in der Schweiz etwa 520 000 Menschen mit einer Osteoporose, 79% davon sind Frauen [2]. Von ihnen erfahren nur 17% eine adäquate Osteoporose-Therapie, 83% bleiben unbehandelt. Patienten mit einer Fraktur werden unfallchirurgisch bestmöglich versorgt, jedoch gibt es derzeit schweizweit wie auch international grosse Defizite in der dringend notwendigen weiterführenden osteologischen Diagnostik und Therapie [3, 4]. Da das Risiko, eine Folgefraktur zu erleiden, unmittelbar nach einem Frakturereignis am höchsten ist [5], ist insbesondere bei diesen Patienten eine rasche Diagnose und Intervention anzustreben. Verschiedene medizinische Fachrichtungen haben sich in internationalen Arbeitsgruppen zum Ziel gesetzt, diese grosse Informations- und Versorgungslücke mittels zertifizierter FLS-Zentren zu schliessen. Weltweit existieren in bislang 51 Ländern 785 aktive FLS-Zentren, 376 davon in Europa [6].