Die Rentnerin Emma (Name von der Redaktion geändert) lebt in einem Altersheim im Kanton Waadt. Vor ihr liegt eine durchsichtige Kunststoffdose. Darin befinden sich in etikettierten, farblich gekennzeichneten Fächern die neun Medikamente, die sie täglich einnehmen muss. Sie fühlt sich damit überfordert. Dabei ist diese Menge gar nicht aussergewöhnlich. Laut einer Studie erhalten Personen in Alters- und Pflegeheimen (APH) in der Schweiz durchschnittlich 9,3 Medikamente pro Tag [1]. Das birgt Risiken gefährlicher Wechselwirkungen, etwa zwischen Schlafmitteln und Neuroleptika.