Sofía Olivares hatte Glück. Sie war vorgewarnt. «Die Wache am Eingang hat angerufen, und so konnten wir uns verstecken», erinnert sich die Krankenschwester. Kurz nach dem Anruf kamen einige bewaffnete Männer auf ihre Station, erschossen einen Patienten und zogen wieder ab. Sie wollten «die Sache zu Ende bringen», wie man in Mexiko sagt. Jede Ärztin, jeder Sanitär und jeder Krankenpfleger weiss genau, was damit gemeint ist: Wenn die Killer der Mafia feststellen, dass jemand ihren Angriff auf der Strasse überlebt hat, gehen sie ins Spital, um ihn endgültig zu töten. «Das ist meine grösste Angst», erklärt Olivares.