Spital Wallis «Dieser Preis legitimiert mich in meiner Rolle und Funktion als Ärztin und Wissenschaftlerin und anerkennt die Problematik der Diskriminierung.» Das sagt PD Dr. med. Natalie Urwyler, die den diesjährigen Doron Preis gewonnen hat. Die am Spital Wallis tätige Anästhesistin und Notärztin «wird für ihren unermüdlichen Einsatz im Kampf gegen die Diskriminierung von Frauen am Arbeitsplatz geehrt», teilt die Schweizerische Stiftung für den Doron Preis mit. «Ich habe mich ausserordentlich gefreut, dass ein so wichtiger Preis für meine akademische Karriere, die durch Diskriminierung abrupt gestoppt wurde, und mein Engagement für Gleichstellung verliehen wird», sagt die Leitende Ärztin. Mit dem «Stopp» bezieht sie sich auf den Juni 2014: Als sie nach dem Mutterschaftsurlaub wieder arbeiten wollte, wurde ihr gekündigt. Mitten in ihrer Karriere als Forscherin und angehende Professorin am Universitätsspital Bern. Vor Gericht pochte sie auf ihre Rechte als Arbeitnehmerin und Mutter – mit Erfolg. Für ihren Kampf wurde sie 2018 mit dem Prix Courage auszeichnet. 2020 war Natalie Urwyler Mitgründerin der Organisation StrukturELLE. Diese setzt sich innerhalb der Medizin für Gleichstellung, Good Governance und transparente Strukturen an den Universitäten und in den Ausbildungsspitälern ein. Für Natalie Urwyler reicht die Nennung der Gleichstellung im Unternehmensleitbild nicht aus, es müssen gleiche berufliche Chancen geschaffen werden. «Heute werden Medizinstudentinnen bereits bei Studieneintritt darauf hingewiesen, dass sie entweder Kinder haben oder Karriere machen können. Medizinstudenten passiert das nicht. Das ist mit inakzeptablen Folgen verbunden, die Produktivität der Diversität kann sich nicht entfalten.»