Im Nationalrat wurde vor zwei Monaten eine Interpellation (18.4266) zum Thema Tuberkulose eingereicht. Eine Erkrankung, die wieder häufiger auftritt und deren Epidemiologie in erster Linie von sozialen Lebensbedingungen abhängt. Die antibiotische Therapie hat lediglich in der Mitte des letzten Jahrhunderts in Europa zur Senkung der Prävalenz in den tiefsten Bereich beigetragen und dazu, dass die Erkrankung heute in der Regel nicht mehr tödlich verläuft. Heute zeichnet sich auch bei den Tuberkuloseerregern, wie bei anderen Bakterien, eine Resistenzentwicklung ab. Heute stehen auch bessere diagnostische Tests zur Verfügung, denn eine Tuberkuloseinfektion kann latent verlaufen. Auch in diesem Fall zieht sich eine Antibiotikabehandlung über mehrere Monate hin und kann mit Nebenwirkungen verbunden sein. Die Wahl der Antibiotika und die Therapiedauer sind vorgeschrieben. Kurzum, eine Tuberkulose ist keine Bagatellerkrankung. Eine Tuberkulose lässt sich, wie alle Infektionskrankheiten, nicht durch Mauern aufhalten. Eine Quarantäne ist aufgrund des Krankheitsverlaufes keine Option. Woher aber die Zunahme?