Einführung
Die Chlamydien gehören zu den obligat intrazellulären, gramnegativen Bakterien. Zur Vermehrung bevorzugen sie epitheliale Zellen verschiedener Gewebe, in denen sie einen zweiphasigen Entwicklungszyklus durchlaufen. Die extrazellulären, infektiösen Formen, genannt Elementarkörperchen («elementary bodies» [EBs]), heften sich dabei an Zellen an und gelangen rezeptorvermittelt ins Zytoplasma, wo sie sich – in einem Vakuolen-ähnlichen Einschluss residierend – der Phagozytose der Zelle entziehen können. In diesem Einschluss wandeln sich die EBs zu den intrazellulären, nichtinfektiösen, aber teilungsfähigen Retikularkörperchen («reticular bodies» [RBs]). Die Vermehrung der RBs durch Teilung führt zum Wachstum des Chlamydieneinschlusses in der Zelle. Letztlich differenzieren sich die RBs wieder zu EBs und es kommt zur Ruptur des Einschlusses mit gleichzeitiger Lyse der infizierten Zelle. Die freigesetzten infektiösen EBs können wiederum neue Zellen infizieren.