Im Rahmen des Programms «Medical Humanities» der Universität Freiburg führen die Studierenden der Medizin im dritten Jahr alljährlich eine obligatorische Schreibübung durch: Nach einem viertägigen Praktikum bei einem Allgemeinmediziner verfassen sie einen detaillierten Bericht über eine Begegnung mit einem Patienten, der intensiv auf sie gewirkt hat. Der verfasste Text muss dabei bestimmte formale Kriterien bezüglich inhaltlicher Kohärenz der Darstellung, des Gesamtaufbaus oder auch der Relevanz der ausgewählten Informationen erfüllen. Auf diesen Text folgen dann einige Zeilen, in denen die beschriebene Situation noch einmal aufgenommen wird, diesmal aber in der Kurzform des medizinischen Berichts: Der Kontrast zwischen den beiden Schreibformen muss klar ersichtlich sein. Der Joseph und Marie-Anne Piller Preis zeichnet, seit 2016, den besten französischsprachigen und deutschsprachigen Text aus.