Die Definition der Sepsis wurde bereits mehrfach adaptiert. Die letzte Anpassung der Sepsisdefinition stammt aus dem Jahr 2001 (Sepsis 2). Diese Definition der Sepsis als Infektion mit mindestens 2 von 4 Kriterien des Systemischen Inflammatorischen Response-Syndroms (SIRS) erwies sich zur Diagnosestellung allerdings zunehmend als unzureichend spezifisch bei ausgeprägter Sensitivität. Zusätzlich ermöglichen wissenschaftliche Erkenntnisse, die den zellulären Metabolismus betreffen, heute ein neues Sepsisverständnis. Die körpereigene Reaktion und die daraus resultierende Organdysfunktion gelten dabei als essentiell. Ein septischer Schock beinhaltet kreislaufwirksame und zellulär-metabolische Veränderungen. Besagte Vorgänge sind entscheidend für eine höhe­re Letalität und folgenschwerer als lediglich eine therapierefraktäre Hypotonie. Diese neuen Erkenntnisse erforderten eine neue Definition. Die Konsensuskonferenz definierte 2014 in der Folge die Kriterien für die Sepsis-3 wie folgt: Infektion – vermutet oder bestätigt – in ­Begleitung ­einer Organdysfunktion mit mindestens zwei Punk-ten des SOFA(Sequential-Organ-Failure-Assessment)-Scors. Diese neue Auslegung der Sepsis zielt auf eine schnellere und präzisere Identifizierung von Risikopatienten und schafft grössere Behandlungsspielräume. Der SOFA-Score setzt sich wie folgt zusammen: