Die WHO definiert Interprofessionalität als «Lehre und Tätigkeit, die zustande kommt, wenn Fachleute von mindestens zwei Professionen gemeinsam arbeiten und voneinander lernen im Sinne einer effektiven Kollaboration, welche die Gesundheitsresultate verbessert», da «keine Profession für sich alleine eine umfassende Gesundheitsversorgung leisten kann». In dieser Definition ist jedes einzelne Wort wichtig. Die Interprofessionalität bleibt eine enorme Herausforderung, da sie bedeutet, dass das «Gärtchendenken», in dem jede Profession für sich arbeitet, zugunsten einer kollaborativen, umfassenden Betreuung der Patientin oder des Patienten aufgegeben werden muss. Das Überbrücken der bestehenden Klüfte ist eine Aufgabe, die einen langen Atem erfordert, und solange eine interprofessionelle Gesundheitsversorgung nicht proaktiv gefördert wird, mit dem Ziel qualitativ hochwertiger Medizin auf Grundlage einer gemeinsamen Kultur, bei der effi­ziente Versorgung und Patientensicherheit im Mittelpunkt stehen, wird die Fragmentierung der Gesundheitsversorgung andauern.