Im Herbst 2017 machte in Deutschland der Allgemeinmediziner und Landarzt Dr. med. Günter Krause Schlagzeilen, als er ankündigte, seine Zulassung als Kassenarzt – also seine Berechtigung zur Abrechnung mit der gesetzlichen Krankenversicherung – öffentlich zu verbrennen. Der 38-Jährige, der als «gemütlicher Typ mit robustem Humor» [1] beschrieben wird, war nach Medizinstudium und Facharztausbildung in seinen 1500 Einwohner zählenden Heimatort Hainewalde zurückgekehrt und hatte nach einigen Jahren der Zusammenarbeit 2014 die Landarztpraxis seiner Mutter übernommen. Im Oktober 2017 schien ihm seine berufliche Existenz angesichts der miserablen Arbeits­bedingungen jedoch nichts mehr zu sein, das sich zu erhalten lohnt. Er schrieb einen Brandbrief und wollte seine Praxis schliessen. Sein Protest traf einen Nerv: Kollegen und Kolleginnen bekundeten ihre Solidarität, und auch die Medien berichteten, zunächst lokal in der Sächsischen Zeitung [2], später auch überregional in der Zeit [1].