Das Jahr 2018 neigt sich ähnlich dem Ende zu, wie es ­begann – mit einer politisch inszenierten Skandali­sierung von Ärzteeinkommen. Bereits im Januar «schätzte» der Gesundheitsdirektor des Kantons Genf – öffentlich und ohne jede Datenbasis – die Löhne der Chirurgen auf eine Million [1]. Der Departementsvorsteher des EDI sekundierte gleichentags in den Nachrichten, dies seien «bis zu 80 000 oder gar 90 000 Franken im Monat, finanziert über die Prämien» [2]. Über Prämien ist dies nicht möglich: Dafür müsste ein Arzt, pausenlos 23 Stunden pro Tag, an jedem Tag ambulante Leistungen erbringen.