«Wo bleibt die Wettbewerbskommission?», fragt Stefan Felder, Professor of Health Economics, der sich in einem kürzlich erschienenen Artikel [1] darüber beklagt, dass die öffentlichen Spitäler in vielen Kantonen «marktbeherrschend» seien. Wie viele seiner orthodox-liberal gesinnten Kolleginnen und Kollegen vertritt er die Ansicht, ein unverfälschter Wettbewerb zwischen den Spitälern würde Kosten senken und die Qualität verbessern. Als Referenz dient ihm eine 17 Jahre alte US-amerikanische Studie. Der an dieser Stelle schon einmal vorgestellte und inzwischen aktualisierte «Deregulierungsindex» des Oltner Beratungsbüros Polynomics schlägt in die gleiche Kerbe und verteilt den Kantonen Zensuren, je nachdem, wie konsequent sie sich aus der Spitalversorgung heraushalten. Ein Vorteil des Föderalismus wäre ja, dass man beobachten und vergleichen könnte, wie sich unterschiedliche Politiken auswirken. Die orthodoxen Deregulierer bleiben uns aber Evidenz über die Vorteile schuldig, von denen Patienten, Prämien- und Steuerzahlerinnen in Kantonen profitieren, die ihren Empfehlungen folgen. Weder ein Blick auf das Monitoring der Krankenversicherungs-Kostenentwicklung des BAG noch Stichproben aus den verschiedenen Qualitäts-Vergleichsportalen lassen den Schluss zu, dass mehr Spitalwettbewerb tiefere Kosten, höhere Patientenzufriedenheit oder bessere Outcome-Qualität bringt.