Schön sollte es sein, aber auch lustig und erst noch Trost spenden, das bekannteste Werk des Zürcher Stadtchirurgen und Theatermachers Jacob Ruf. 1554 erschien es erstmals unter dem Titel Ein schön lustig Trostbüchle von den empfengknussen unnd geburten der menschen [...] zuo trost allen gebärenden frouwen, und eigentlichem bericht der Hebammen. Der Inhalt entspricht dem damaligen Prüfungsstoff der Hebammen, denn Ruf leitete ihre Ausbildung. Das Trostbüchle steht damit für einen Paradigmenwechsel in der Geburtshilfe: Das von Männern entwickelte theoretische Wissen über den weiblichen Körper wurde im Lauf der Frühen Neuzeit zur Bedingung, den Beruf der Hebamme ausüben zu können, während die Weitergabe der praktischen Geburtshilfe von Frau zu Frau an Bedeutung verlor.