Die Problematik ist umfassender und komplexer als in beiden Beiträgen dargestellt: Der internistische Nachwuchs fehlt nicht nur für die Hausarztpraxen, sondern auch für Kaderpositionen in internistischen Kliniken. Und es ist nicht nur die hausärztliche Laufbahn sondern auch die Laufbahn als Allgemeininternist/-in im Spital, welche den jüngeren Kolleginnen und Kollegen offenbar wenig attraktiv erscheint. Es entspricht deshalb nicht der Realität, wenn man behauptet, dass «das neue Weiterbildungsprogramm (WBP) Allgemeine Innere Medizin (AIM) dem ambulanten Sektor Ärzte (entzieht)» [1]. Ebenso realitätsfremd ist es, wenn man behauptet, dass das WBP AIM die Ursache von fehlender interdisziplinärer Kompetenz und Erfahrung in interprofessioneller Zusammenarbeit sei [1], oder wenn man suggeriert, dass das WBP AIM lediglich dazu befähigt, sich mit «exotischen Syndromen» auszukennen, «denen man in einer 30-jährigen Praxiskarriere einmal bis gar nie begegnet». In den letzten 30 Jahren hat sich nicht nur die Tätigkeit in der Praxis, sondern auch die Tätigkeit als Internist im Spital weiterentwickelt, insbesondere auch immer mehr in Richtung einer Team-Arbeit, bei der genau die interdisziplinäre und die interprofessionelle Zusammenarbeit eine ausgesprochen wichtige Rolle haben. Man kann sich auch darüber streiten, welche Krankheitsbilder «exotisch» oder nicht sind – abgesehen davon, dass man diesen naturgemäss nur begegnet, wenn man sie erkennen kann.