Kürzlich habe ich an zwei Visitationen von Weiterbildungsstätten teilgenommen. Visitationen sind ein wichtiges Instrument der Qualitätssicherung in der Facharztweiterbildung und werden jeweils nach einem Wechsel in der Leitung einer Weiterbildungsstätte durchgeführt oder wenn zum Beispiel aufgrund der jährlichen Umfrage bei den Assistenzärztinnen und -ärzten Hinweise auf Probleme auftauchen. Der Visita­tionsleiter ist ein Experte des betreffenden Faches. Er wird von einem fachfremden Experten, der vom Schweizerischen Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung SIWF gestellt wird, und von einer Vertreterin oder einem Vertreter des Verbandes der Schweizerischen Assistenz- und Oberärzte VSAO begleitet. Das Team macht sich ein umfassendes Bild von den Weiterbildungsbedingungen, indem es Gespräche mit der Spitaldirektion, mit der Klinikleitung, mit Kaderärzten und unter absolut zugesicherter Anonymität mit Ärztinnen und Ärzten in Weiterbildung führt. Daraus resultiert ein Bericht, zu dem die Leitung der Weiter­bildungsstätte Stellung nehmen kann und der den Vorschlag für die Anerkennung und allfällige verpflichtende Auflagen oder Empfehlungen enthält. Der Rapport geht an die Weiterbildungsstättenkommission, die den formellen Entscheid zu fällen hat.