Sicherlich ist bei mir eine gewisse Voreingenommenheit im Spiel, doch mich verblüfft, wie sehr Psychologie und Emotionen in der medizinischen und «paramedizinischen» Literatur an Bedeutung gewinnen. Hiermit meine ich nicht die zahlreichen Werke zu Themen wie Lebensqualität, Paarkonflikten, Schüchternheit oder Ähnlichem. Vielmehr spreche ich von den vielen Neuerscheinungen an der Schnittstelle zwischen Verhaltenswissenschaften und Psychologie. Sie zielen darauf ab, Kampagnen im Bereich der öffentlichen Gesundheit wirksamer zu gestalten und Patientinnen und Patienten oder die Gesamtbevölkerung zu einem gesünderen Verhalten zu motivieren – zu ihrem eigenen Nutzen, aber auch für den Planeten. Ein Buch fragt beispielsweise, wie öffentliches Handeln sich an der menschlichen Psychologie ausrichten lässt [1].