Es landen nach wie vor viele problematische Stoffe in unserem Wasser», sagt Irene Wittmer, die die Plattform Wasserqualität des Verbands Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (VSA) leitet. Sie verweist auf den Umwelt-Zustandsbericht «Gewässer in der Schweiz. Zustand und Massnahmen», den das Bundesamt für Umwelt BAFU letztes Jahr publiziert hat [1]. Demnach belasten insbesondere Mikroverunreinigungen und Nährstoffe die Gewässer stark: «Mancherorts kann das Grundwasser nur noch eingeschränkt als Trinkwasser genutzt werden.» Etwa 80% des Schweizer Trinkwassers werden aus Grundwasser entnommen. An rund 15% der Messtellen der nationalen Grundwasserbeobachtung NAQUA wurden im Grundwasser Arzneimittel nachgewiesen, beispielsweise das Schmerzmittel Diclofenac, das Antibiotikum Sulfamethoxazol oder das Antiepileptikum Lamotrigin. Auch weitere Stoffe wie etwa Bestandteile aus Reinigungsmitteln und Kosmetika findet man relativ häufig im Grundwasser – allerdings meist in Konzentrationen, die unter den gesetzlich festgelegten Grenzwerten liegen.