Sie haben mir einen Leserbrief geschrieben. Mit dem Erscheinungstag dieser Ausgabe sind seither 355 Tage vergangen. Am ersten dieser 355 Tage stand die Freude darüber, dass jemand auf mein «Zu guter Letzt» [1] antwortet. Nun ist es so, dass ich wichtigen Dingen gerne Zeit einräume. Dieses Mal ist das gründlich schiefgegangen. Eine lange, persönliche Antwort per Mail hat es nicht bis zu Ihnen geschafft. Der Entwurf liegt nach wie vor in meinem Postfach. Unvollendet. Mit einer lieblosen Replik wollte ich mich nicht begnügen, immerhin hatten Sie mich nach meinem CV gefragt. So wich die anfängliche Freude über Ihre Zuschrift mit jeder Woche einem drückenden Gewissen. Am 14. November 2022 schrieben Sie mir erneut. Sie erinnerten mich an das von mir angekündigte Zusammenspiel. Das Gewissen drückte noch stärker. Während 355 Tagen geschieht einiges. Ich möchte keine Ausreden bemühen. Verzeihen Sie bitte, dass Ihr Brief zu lange unbeantwortet blieb. Vielleicht können Sie es mir anrechnen, dass ich meinen Fauxpas öffentlich eingestehe.