Es dürfte gar nicht so selten sein, dass Patientinnen und Patienten bei sich zu Hause eine Packung «Aion A», das fein gemahlene «Heilgestein» aus dem Würenloser Steinbruch, stehen haben. Ein von Swissmedic anerkanntes «Medizinprodukt», das für Umschläge genutzt wird, etwa bei Entzündungen. Oder «off-label» innerlich, etwa zum Ausschwemmen von Schadstoffen oder wegen der «in ihm gespeicherten biodynamischen Energie» zur Anwendung kommt, wie der Hersteller schreibt [1]. «Aion A» geht auf Emma Kunz zurück. Eine Frau mit einer aussergewöhnlichen Biografie, die in die religiös-esoterischen Sphären der ersten Hälfe des 20. Jahrhunderts führt. Und damit in einen wenig beachteten Bereich der Schweizer Medizingeschichte.