Das Volk der Kogi lebt seit über 4000 Jahren in den kolumbianischen Anden, in selbst gewählter Isolation und tiefer Harmonie mit der Natur. Ihre Lebenserwartung ist mindestens so hoch wie in Europa [1]. «Irgendetwas machen sie also richtig», sagt Lucas Buchholz. Der Friedensforscher wurde 2016 von den Kogi eingeladen, sie kennenzulernen und ihr Anliegen publik zu machen: Die Menschen müssen dringend wieder lebensförderlich handeln lernen, um sich selbst und die Erde zu erhalten. Eine Botschaft, die bei Carsten Gründemann, Inhaber des Lehrstuhls für Translationale Komplementärmedizin an der Universität Basel, auf offene Ohren stiess: «Spätestens die aktuellen Entwicklungen und die vergangenen Jahre haben uns klargemacht, dass viele unserer heutigen Systeme ihren Zweck nicht mehr erfüllen können.» Einen erfolgversprechenden Ansatz sehen die beiden Forscher in den regenerativen Prinzipien, nach denen indigene Völker seit Jahrtausenden leben. So entstand die Idee, indigene und ganzheitliche Praktiken unter dem Projekttitel «Lebendige Medizin» zusammenzutragen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Zunächst in Form eines Buches, das im Entstehen begriffen ist, wie auch online [2].