Für Reto Schüpbach, Direktor des Instituts für Intensivmedizin am Universitätsspital Zürich (USZ), war schon lange klar, dass die aktuelle Handhabung der 50-Stunden-Woche im Schichtbetrieb nicht mit dem Arbeitsrecht vereinbar ist. Deshalb bot das Pilotprojekt «42+4-Stunden-Woche» eine willkommene Gelegenheit zur Veränderung. «Wir haben die Chance ergriffen und eine eigene Lösung für das Problem gefunden.» Maximal 50 Stunden dürfen Assistenzärztinnen und -ärzte pro Woche arbeiten. Diese Obergrenze kann zwar ausnahmsweise überschritten werden, wird aber von vielen Spitälern als Sollarbeitszeit eingeplant. Weil Schweizer Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte gemäss einer Umfrage durchschnittlich 56 Stunden pro Woche arbeiten, führt dies gemeinhin zu Überzeit. «Diese langen Arbeitszeiten sind illegal, gefährden die Gesundheit der [Ärztinnen und Ärzte] wie auch die Patientensicherheit», schreibt der Verband Schweizerischer Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte vsao [1]. Und sie sind mit der häufigste Grund, warum junge Medizinerinnen und Mediziner ihrem Beruf den Rücken kehren wollen.