Carole Scheidegger Leiterin journalistische Redaktion, Schweizerische Ärztezeitung
Meine Kinder haben aus der Schulbibliothek das Guinness-Buch der Rekorde 2024 ausgeliehen. Sie sind von dieser Ansammlung teils skurriler Superlative fasziniert. Beim Durchblättern bleibe ich auf der Doppelseite mit den medizinischen Rekorden hängen. «Meistes Vollblut gespendet von einer Frau» ist da zu lesen, «älteste Amputation», «meiste Menschen in acht Stunden mit Prothesen ausgerüstet» und «ältester Patient an der Eisernen Lunge». Dieser kurze Eintrag in einem gelben Kasten erzählt die Geschichte des US-Amerikaners Paul Alexander: «Im Juli 1952 wurde Dallas, Texas (USA) von einer Kinderlähmungswelle erfasst. Die Infektion tötete Dutzende und lähmte viele, die in der Folge auf eine Druckluftbeatmung durch eine ‘Eiserne Lunge’ angewiesen waren. Eines der betroffenen Kinder war der 6-jährige Paul Alexander. Obwohl er täglich viele Stunden an die Maschine gebunden war, machte Alexander seinen Schulabschluss, studierte Jura und vertrat seine Klienten vor Gericht mit eigener Kanzlei. Mit einer Technik namens Froschatmung versorgte er sich ausserhalb des Geräts mit Luft. Inzwischen in Rente nutzt Alexander seine Eiserne Lunge täglich seit 70 Jahren.» [1]