Die Zeichen deuten darauf hin, dass das Wort Mangel noch präsenter werden wird in der öffentlichen Diskussion. Wie gelingt es Ärztinnen und Ärzten und Menschen mit chronischen Krankheiten angesichts dieser Ausganglage, den Mut nicht zu verlieren? Wir haben Fachpersonen sowie Betroffene, als Expertinnen und Experten aus Erfahrung, eingeladen, ihre Gedanken zum Motto «Zuversicht stärken» mit uns zu teilen. Darunter waren auch drei Ärztinnen und Ärzte unterschiedlichen Alters und aus verschiedenen Fachbereichen und Regionen. Sie berichten, wie sie den Mangel erleben und wie es ihnen im Berufsalltag gelingt, den Herausforderungen zu begegnen. Dr. med Monika Reber ist Hausärztin in Langnau, politisch engagiert und im Vorstand von mfe Haus- und Kinderärzte Schweiz. Aus der Perspektive kranker, beeinträchtigter und betagter Menschen zu denken, wie dies jeweils im Rahmen des «Tag der Kranken» der Fall ist, findet sie wichtig, denn in der Politik hätte man diese Perspektive zu wenig auf dem Radar. Es würden Entscheidungen gefällt, ohne sich der Folgen für die Betroffenen im Klaren zu sein. Ein philosophischer und ethischer Diskurs, unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Gesellschaft wäre sehr wünschenswert anstelle der heutigen Debatten, in denen aktuell vor allem Kosten und Fachkräfte im Zentrum stünden. Sie wünscht sich, dass Hausärztinnen und -ärzte in einer Vertrauensrolle nicht nur für die medizinsche Grundversorgung der Patientinnen und Patienten in der Praxis da sind, sondern diese auch unterstützen bei der Orientierung im Angebotsdschungel des Gesundheitswesens.